Mittwoch, 5. Juni 2013

Sturmflut

Das mit dem Wasser in Greiz Sommer 2013... das war was


Ich höre sie noch Lieder singen
Die Melodien in meinen Ohren klingen
den Text kann ich noch mitsummen
"Ich will hier weg" haben sie gesungen

"Passt auf, dass ihr die Jugend nicht verliert!
Diese Stadt hat keinen einzigen Fan!
Weil hier nie etwas passiert!"
Heißt es dann im Refrain.

Gut, es stimmt,
um die Jugend haben sich nicht viele hier geschert
Doch auf einmal hat man von Greiz
in den Nachrichten gehört

Denn da kam das Wasser
erst von Oben, dann vom Fluss
es stieg über die Stau-Schutzmauern
und kam von unten, dann zum Schluss

Es ist nicht einfach zu verstehen,
ist das echt die Brückenstraße
die wir da
auf Bildern sehen?

Vielleicht kann ich,
um diese Wassermacht zu zeigen
die Geschichte einer kleinen
Spinne beschreiben:

In meinen Gummistiefeln
hockte ich am Teich
der, wie ich kaum erwähnen muss, vor Tagen leer war
und drohte überzulaufen gleich.

Am Rande, ein Wasserrohr
es ragte nach oben
Die Wellen sich am Anfang noch
von unten her dagegen schoben.

Doch in ein paar Stunden, so schien es
treffen sie den oberen Rand,
und dann-
dann fließt es

Eine Spinne,
auf trockenem Fuße hingelangt
nun scheinbar
um ihr Leben bangt

denn nichts war mit Stunden
wie eben gesagt
in wenigen Minuten
das Wasser über den Rande ragt.

Also sponn sie sich ein Netz
von der einen Seit' zu Andern
und ich seh sie, während stark das Wasser steigt
über dem tiefen Abfluss wandern.

Auf ihrem schönen Werk
verharrt sie in der Mitte
fängt sich noch eine Mahlzeit
mit dem letzten ihrer Schritte

Das Wasser, riss erst einzelne Fäden
und dann das Netz, das Rohr floss voll
war selbst noch kurz zu sehen und
wusste nicht, wo es mit der Flut hinsoll.

Denn es drang mehr Wasser hinein
als heraus fließen konnte
und das ist auch der Umstand,
der dann die Stadt "vollpumpte"

Wo ist die Luftbrücke?!
Wie kommt man aus der Stadt raus?
Wie sieht es in den Kindergärten
und in meinem Keller aus?

Gegen das Wasser
stellt sich eine Stadt!
Aus treuen Bürgern
wurde die Sandsackgemeinschaft

Doch wer rechnet mit so einem Pegel?
Ab 5 metern konnten wir nur noch schätzen
Und Gerüchte von Staumauerbrüchen
brachten nur noch mehr Entsetzen

Tage später,
die Bahn liegt jetzt lahm
man watet mit Schaufeln
auf der Bruno-Bergner durch den Schlamm

Wer weiß...
wie lang die Normalität noch braucht
Wer kommt
für die unvorhersehbaren Schäden auf?

Trotz all dem Schaden ist es jetzt
wo die Sonne wieder scheint
schön zu sehen,

Dass Menschen, die sich nicht mal kennen
in der größten Not
doch hilfsbereit zu Seite stehen

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