Sonntag, 2. Juni 2013

Num

Die Grundidee ist leider nicht von mir. Doch jede Geschichte braucht jemanden der sie erzählt^^


In einem Land
Nicht von dieser Welt
Nimm dir eine Zeit
Die dir gefällt.

Ein dunkler Tag
begrub das Land
in stiller Trauer,
denn was man fand

war der Leichnahm
einer schönen Frau.
Des Königs Dame,
Augen so blau

die nun so kalt
ins Leere blickten.
Der König ließ Späher
ins ganze Land verschicken.





Der Mörder, man fand ihn
kein Mensch, mehr ein Tier
Die Augen geweitet
von grenzenloser Gier.

Das Motiv für den König
unbegreifbar, doch klar
dass der Grund für sein Unglück
eine Goldmünze war.

Blind vor Liebe
Taub in seiner Trauer
errichtete er um sein Reich
eine endlose Mauer.

Fortan verkündete er -
Vermögen sei Betrug,
den Menschen vor Verwunderung
es prompt die Sprache verschlug.





So wich das Geld
der Schatzkammern Leerung
Und es wurden die Worte
zur schätzbaren Währung.

Nach kurzer Zeit schon
es liegt in der menschlichen Natur
Der negativen Seite
es folgte eine andere nur.

Die Feinen, die Reichen
Die Herren vieler Worte
Die Dichter und Denker
Und Herren solcher Sorte,

Die singen und dichten
und kaufen sich Sätze
Wörter wie "Liebe"
wurden wertvolle Schätze.





Man tauscht ein paar nied're
gegen Höhere ein
Je reicher, desto wortgewandter
So sollte es sein.

Doch manche Wörter
gingen nur schwer über'n Thresen,
"Umwelt" und "Respekt"
sind solche gewesen.

Die landeten prompt
in Müll hinterm Haus...
das lockte die Armen
aus ihren Hütten heraus.

Das Kramen und Wühlen
hallte durch die Nacht,
so hatte manch einer
schon Karriere gemacht.



Doch Num, ein Junge
von kaum 7 Jahr
der schon von Geburt an
ein Stummer gewesen war,

Für ihn blieb nichts übrig
er wurde nicht gehört.
Er fand das Drum-Herum-Geschwätze
hatte immer schon gestört.

Ein Wort besaß er,
irgendwo gefunden
damit er's nicht verliert
hat er sich's um den Hals gebunden.

In der ganzen Stadt bekannt
immer höflich und bescheiden
nur weigerte er sich
auch nur einmal sein Wort zu zeigen.





Neugierige Menschen,
die Welt ruft 'sprich!'

Doch Num, der kleine Junge
behält sein Wort für sich.




Die Tochter des Königs
noch lang' keine Frau,
saß oben am Fenster
denn sie wusste genau, 
Gleich würde er kommen.
Läuft unten vorbei
wie an jedem Tag
um viertel nach drei. 
Mit ihren Worten
erklärte sie ihm
dies wäre nun täglich
ihr fester Termin,

Um sich kurz zu sehen
anders war es nicht möglich
denn sie kam vom Hofe
und er war nur höflich.



Doch in dieser Nacht,
das war ihr Plan,
da war der König
auf Reisen gefahr'n.

Sie trafen sich hinten
im düsteren Licht
Er hörte ihr zu
Doch viel Zeit war nicht.

Zum Abschied die Tränen
tropften von ihrer Wange
weil die Wachen schon kamen,
wurde ihr bange.

Anstatt 'Tschüss' zu sagen
gab sie ihm ein Kuss,
und ohne weitere Worte
wusste er, dass sie nun gehen muss.



Die Augen noch immer geschlossen,
keiner konnte ihn hören, doch das war ihm egal,

für sich und kaum hörbar
sprach er leise "nochmal"


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