Freitag, 12. Februar 2016

Giggolo

Er hatte schon immer ein Händchen dafür
auf sich aufmerksam zu machen.
Er war keiner von denen, die nur Tränen sammeln,
er brachte jedes Mädchen schnell zum Lachen.

Nur konnte er nicht unbedingt
von sich behaupten,
die "Eine Richtige" für sich zu finden,
obwohl es andersrum die Frauen meistens glaubten.

Er verliebte sich zum Beispiel in ein Mädchen,
das nicht wie alle Andren war,
Sie war so süß, oh mann,
sie wurde niedlicher mit jedem Jahr

Sie trafen sich schon ein paar Wochen
und hatten nie ein böses Wort gesprochen,
Doch als er einst im feinsten Zwirn an einer Straßenecke stand,
und auf sie wartete mit einem Strauß Blumen in der Hand,

da fing es an zu regnen,
es prasselte nur so hernieder,
Da sah er sein süßes Mädchen wieder.

Gerade als er seine Zigarette mit dem Schuh austrat,
ließ er die Blumen fallen,
weil er so erschrak.

Das süße Mädchen
löste sich im Regen,
so wie wenn Kinder Zucker
in die Tasse geben.

Vor seinen Augen verschwand sie
Stück für Stück,
So süß war sie,
verrückt.

Beim zweiten Mal,
da war das Mädchen schön,
so etwas hatte die Welt
noch nicht gesehen.

Als er sie entdeckte,
war er sofort verfallen
Es war für ihn wiedermal ein Leichtes
sich sie zu krallen.

Doch diesmal war er achtsam,
nicht, dass ihm das Gleiche widerfährt!
Also wartete er auf den Regen,
So hätte er es von Beginn geklärt...

Doch so schön wie sie war,
der Regen war auch ihre Gefahr.
Er spülte all das Make-Up von ihren Wangen,
und zerstörte ihr das Haar.

Da versteckte sie sich,
vor fremden Blicken und vor ihm.
Merkte nicht, dass er es schön fand,
wie doch der Mond auf sie schien.

Doch eigentlich, jetzt war er sich sicher,
konnte es diese Dame nicht wirklich sein,
für alle war sie zwar die Allerschönste,
doch für ihn war es nur Schein.

Als er später einen Laden dann betrat,
um sich zu trocknen und zu warten,
kaufte eine nette Dame
an der Kasse Karten.

Bilder von lokalen Sehenswürdigkeiten,
hatte sie nach dem Bezahlen in der Hand,
dabei war sie selbst sehr sehenswürdig,
wie er fand.

Doch bevor er sie ansprach,
um sich vorzustellen,
hielt er inne -
Und schaute draußen auf die Regenrinne.

Die war schon am Überlaufen,
voller regnerischem Niederschlag,
Das Mädchen öffnete die Tür
und wünschte allen einen schönen Tag.

Er klemmte sich ans Fenster
und schaute hinterher,
ob auch ihr Gesicht sich zeigen wird?
Er atmete schon schwer.

Doch bevor er sie entdeckte draußen,
ist er ein bisschen erschrocken,
denn die Tür öffnete sich erneut
und sie trat ein, noch trocken.

Sie lächelte und fragte den Verkäufer etwas,
der nickte und griff unter den Tresen,
sie kaufte einen Schirm und ging,
das war es einfach schon gewesen.

Er blickte kurz und war gelähmt,
dann rannte er aus dem Geschäft,
wäre er ein Hund gewesen,
hätte er ihr hinterhergekläfft.

Aber nein, er tippte sie an, sie drehte sich um,
trug an dem Arm ein Bändchen,
und falls ihr wissen wollt, wie es nun weitergeht...

Hab doch gesagt, er hat dafür ein Händchen ;)




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