Freitag, 28. November 2014
- Beinahe ein Vermächtnis -
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Und jeden Tag steht er verquollen auf
Ach quatsch, er hat schon seit Wochen morgens nicht mehr geduscht
für Ihn zählt nur der Erfolg,
und wenn nicht der, dann ist es der Versuch.
Theo kann in seiner Wohnung kaum noch treten,
er steigt über die Berge seines Hab und Guts
das von der einen Seite des Zimmers zur anderen gestapelt ist,
man fasst nicht an jeder Stelle festen Fuß.
Doch wenn man ihn fragt,
dann sagt er, dass er nicht in einer Behörde arbeitet,
sondern seinen Geist entfalten will.
"Ich brauche deine Lebensweisheiten hier nicht, sei einfach still"
Das ist auch die Haltung,
der er sein Bild verdankt.
Das Bild das die Leute von ihm haben,
doch es zählte für ihn nie, was andere je von ihm dachten, verdammt.
So wie er da hauste, hätte er wohl nie Besuch empfangen,
aber Besuch war auch nicht das, was er erwartete
er arbeitete an einem Gedanken, einer Idee,
diesem kleinen Mann in seinem Kopf, der ihm das Hirn zermarterte
Immer die gleiche Platte lief auf seinem Spieler
was scherte ihn schon groß Musik oder das Radio,
aber beim Erfassen seiner Daten und beim Notieren von Ergebnissen,
da lief im Hintergrund immer die Orchestermusik einer bekannten Broadway-Show
Die ehemaligen Kollegen an den Unis,
tuschelten hinter vorgehaltener Hand
kratzten sich ihr dicht besiedeltes Haar,
Keiner von ihnen einen Sinn in seinem Treiben fand.
Irgendwann, da raffte es ihn hin.
Es brauchte schon einige Menschen, die sein Zimmer ausräumten,
Theo hinterließ viele Schriften, doch kein verwertbares Ergebnis,
Es waren auch nicht viele Blumen, die sein Grab dann säumten
Etwa 50 Jahre später, sein Name war fast nirgends mehr vermerkt,
Die Unterlagen nahm ein Museum an, mit bestem Dank
da ersteigerte ein junges Paar,
für ihre Wohnung einen Schrank
Wie ihr euch schon denken könnt,
so ist es auch gewesen,
man fand darin ein' Block Papier,
und konnte darauf 'Theophilus' lesen.
Am Kamin abends, ein paar Tage später,
da nahm sich der junge Mann den Text zur Brust,
konnte die Schrift darauf zwar kaum entziffern
doch sagte ihr: "Hier ist etwas, das du sehen musst!"
Und auch zu zweit konnten sie nicht entziffern,
was die Formeln zu bedeuten hatten,
doch es kam ihnen schon klarer vor
je mehr Seiten sie hinterklappten.
Am Museum beschafften sie sich alle Hinterlassenschaften,
die unter diesem Namen hinterlegt wurden waren,
kopierten alles in gestapelte Kisten
und beschrifteten sie nach den Jahren.
Allmählich, erst nach und nach
und dann über die nächsten Wochen,
hatten sie sich wie er
in ihrer Wohnung verkrochen,
Letztendlich fanden sie aber heraus,
das nicht mehr viel zu finden war,
um eine Lösung für sein Problem zu finden,
war es für die beiden nun ganz klar.
Es fehlte nur noch eine Substanz,
eine Idee oder eine letzte Zahl,
um die Gleichung doch zu lösen,
und darin lag für ihn die Qual
Er steigerte sich in den Gedanken hinein,
die Krankheit seiner Schwester zu heilen,
und gewöhnte sich daran, auch nach ihrem Tod,
noch immer im Labor zu verweilen.
Denn sie war bei weitem nicht die Einzige,
die mit dem Leben sehr zu kämpfen hatte,
Doch auch nach jahrelanger Forschung
stand kein Heilmittel zur Debatte.
Und dies schadete dem Ansehen
von Theophilus viel zu sehr.
Auch den kleinsten Zuschuss
zu erhalten, war für ihn deshalb schwer.
Er steckte also sein ganzes Erspartes,
in den Rest dieser Arbeit
und er hatte es am Ende immer im Gefühl,
Das Ziel war nicht mehr gar weit.
Doch als die beiden dann
mit renommierten Ärzten sprachen,
die Zettel einem Guru zeigten,
und sich mit ein paar Kranken trafen,
da erkannten sie,
in eben jedem noch so kleinen Versuch,
und hinter jedem abgefahrenen Gedanken,
da entpuppte er sich als Genie.
Denn mit der Technik von heute,
und dem Engagement dieser beiden,
lies die Lösung sich schnell finden,
Und ein Mittel bei Zeiten...
Als die Erben seiner verstorbenen Kollegen,
von den Schriften später Kenntnis nahmen,
stellte sich heraus, dass er für damalige Mittel
umfassend und allmöglich handelte -
und revidierten seinen Namen.
Das ist bei Vielem so,
das ein Mensch vielleicht nicht gleich versteht,
vielleicht sollte man erst "nach-urteilen",
wenn etwas Raum und Zeit vergeht.
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Sehr schön :)
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